W&P Kommentar
München, 12.03.2020

Branchen im Umbruch: Finanzierung sichert Wachstum

Kommentar von Volker Riedel, Partner bei Dr. Wieselhuber & Partner
Volker Riedel
Partner 

Finanzierung und Branchen sind mitten im Umbruch, fundamentale strukturelle Veränderungen verursacht durch Nachhaltigkeit und Digitalisierung stehen an. Besonders Unternehmen mit strukturellen Schwächen wie zum Beispiel einer geringen EK-Quote leiden derzeit, die größte Krisengefahr droht für Unternehmen zwischen 50 und 150 Mio.€ Umsatz. Globale Wachstumsfelder gibt es nach wie vor in allen Branchen – ihre Finanzierung jedoch ist eine große Herausforderung. Denn: Durch die globale Vernetzung gibt es keine einfachen Lösungen mehr und Finanzierungen müssen systematisch erarbeitet werden. Egal ob akut oder präventiv: Konkrete Handlungsoptionen zur Sicherung der Finanzierung lieferte der „Executive Dialog – Branchen im Umbruch: Leitfaden für den CFO und Inhaber“ in Kooperation mit anchor Rechtsanwälten, Patrimonium, coface und Euler Hermes Deutschland.

Deutlich wurde: Wer sich an den 10 Regeln zur wetterfesten Finanzierung orientiert, kann ungewissen Konjunkturaussichten im Sinne einer „Krisenprophylaxe“ begegnen. Dazu gehört u.a., dass CFOs ihr Finanziererumfeld kritischer als bisher unter die Lupe nehmen, nachfrageinduzierte Schwankungen und deren Auswirkung auf die Finanzierung früher antizipieren, rechtzeitig Alternativen für endfällige Finanzierungen suchen, „Cocktail-Finanzierungen“ auf den Prüfstand stellen und Finanzierungen langfristig sichern, indem Verlängerungsoptionen in Anspruch genommen oder Konsortialkredite mit maximaler Laufzeit über den aktuellen Konjunkturzyklus hinaus gesichert werden.

Ein Baustein des internationalen Wachstums kann zudem CrossBorder Factoring sein. Factoring generell gilt als einer stabilsten Finanzierungsart. Wenn die Regulatorik und das Rating zuschlägt und Banken nicht mehr finanzieren können, eröffnen DebtFonds Finanzierungsperspektiven zur Überbrückung oder auch bei der Auseinandersetzung der Gesellschafter. Doch was tun, wenn der Lieferant oder Kunde in die Insolvenz geht? Wie reagiert man auf Krisensignale, was muss man einfordern und wie kann man sich selbst schützen? Neben der Aktualisierung der Eigentumsvorbehaltsregelungen zur Sicherung der eigenen Rechte, sollte man kontinuierlich das Zahlungsverhalten als Kunde oder Lieferant im Auge haben. Für Zusammenarbeit mit einem Kreditversicherer ist Transparenz und frühzeitige Information die Basis. Wenn es zur Insolvenz in der Lieferkette kommt, kann man dann bei größeren Fällen davon ausgehen, dass das Unternehmen weitergeführt wird.

Klar ist: Der Umbruch steht noch bevor. Hier wird es Gewinner und Verlierer geben, insbesondere aber werden die Lieferketten gestört. Man muss sich jetzt als verantwortungsvoller Finanzchef auf alle Szenarien vorbereiten und die Finanzierung wetterfest machen.
 
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