Chemie

Mit hohen Produktionskosten im globalen Wettbewerb zu bestehen, verlangt den Unternehmen einiges ab. Viele Unternehmen versuchen über die Verstärkung ihrer Innovationsanstrengungen gegenzusteuern. Doch genau hier stößt gerade der Mittelstand an seine Grenzen.


 
Die Chemie muss stimmen
Mit hohen Produktionskosten im globalen Wettbewerb zu bestehen, verlangt den Unternehmen einiges ab. Viele Unternehmen versuchen über die weitere Verstärkung ihrer Innovationsanstrengungen gegenzusteuern. 
Doch genau hier stößt gerade der Mittelstand an seine Grenzen, denn oftmals fehlt das Kapital um die Innovationskraft zu erhöhen: Die Projektfinanzierung durch staatliche Förderungen ist meist zu bürokratisch. Sie kommt im Mittelstand kaum an. Eine nachhaltige Forschungsförderung durch Steuern fehlt hingegen. Fremdkapital steht für Forschung und Entwicklung kaum zur Verfügung und die Eigenkapitalbasis von KMUs ist häufig durch hohe Steuern, Abgaben, die EEG-Umlage sowie Bürokratiekosten (REACH) und GMP-Auflagen geschwächt. Die knappen Ressourcen –personeller und finanzieller Art– in die richtigen Projekte zu steuern stellt für Unternehmer im Mittelstand eine echte Herausforderung dar.
 
Trends & Herausforderungen
Chemie – Ausgangspunkt zahlreicher Wertschöpfungsketten
Die chemische Industrie ist durch die Vielzahl an Wertschöpfungsketten, welche von ihr ausgehen, eng mit allen wichtigen Industriezweigen verknüpft. Nicht nur der größte deutsche Industriezweig, die Automobilindustrie, ist direkt oder indirekt von ihr abhängig, sondern beispielsweise auch die Schwerindustrie, die Lebensmittel- und die Bauindustrie. Das gesamte produzierende Gewerbe ist eng mit der Chemiebranche vernetzt. Mit Produkten wie Farben und Lacken, Kunststoffen, Waschmitteln, Petrochemischen Erzeugnissen oder auch Arzneimitteln und Additiven jeglicher Art werden jährlich Milliardenumsätze in der Chemieindustrie generiert und in nachgelagerten Industrien, bis zur Abnahme durch den Endkonsumenten, weiterverarbeitet und veredelt.

Erfolgsfaktor Mittelstand
Die große Mehrheit der weit über 2.000 in Deutschland ansässigen chemischen Unternehmen ist mittelständisch geprägt. Die gesamte chemische Industrie profitiert von ihren engen internen Verflechtungen: Große Konzerne und kleine Betriebe bedienen sich wechselseitig mit chemischen Produkten, fungieren also oft als Abnehmer und Zulieferer der Branche zugleich. Innerhalb der letzten 15 Jahre konnte ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von über 3% in Deutschland verzeichnet werden.

Die Chemie steht vor großen Herausforderungen
Zunehmend lässt sich in der Branche allerdings eine Abwanderung der Basischemie, und damit der Konzerne als Rohstofflieferanten, ins kostengünstigere Ausland beobachten. Der Anteil Basischemie ist seit Jahren rückläufig und wird bis 2030 nur noch für gut ein Drittel des erwirtschafteten Umsatzes verantwortlich sein. Die Folgen dieses Wandels könnten sich durch das Zerreißen von Wertschöpfungsketten, und einer damit verbundenen Einbuße an Wettbewerbsfähigkeit des Chemiestandorts Deutschland, deutlich spürbar machen. Die Zukunft sieht für die Chemiebranche im Allgemeinen jedoch noch recht positiv aus. Langfristig ist in Deutschland und auch weltweit mit anhaltend steigender Nachfrage von chemischen Erzeugnissen zu rechnen. Gerade die pharmazeutische Industrie wird von einer immer älter werdenden und stetig wachsenden Weltbevölkerung profitieren können.

Die deutsche Chemie lebt vor allem vom Absatz der produzierten Güter im Ausland. Vor allem das starke Wachstum in Asien und Amerika stärken den Export und schaffen so einen Ausgleich für die eher stagnierenden Heimatmärkte. Aber nicht nur dem Export fällt eine große Bedeutung zu. Gerade große Chemieunternehmen haben in den letzten Jahren in Asien und den USA mit regionalen Fertigungsstandorten ihre internationale Präsenz entwickelt. Im Gegensatz dazu bauen viele deutsche mittelständische Unternehmen weiterhin auf den Produktionsstandort Deutschland, erhöhen aber zunächst ihre globale Präsenz durch die Gründung von lokalen Vertriebsgesellschaften. Zurzeit übersteigen die Auslandsinvestitionen der chemischen Industrie die Inlandsinvestitionen. Dies zeigt unmissverständlich in welche Richtung sich die Branche bewegt. 

Mehr und mehr Mittelständler müssen auch den Schritt auf das internationale Parkett wagen. Faktoren, wie mangelnde Rechtssicherheit oder Schutz des geistigen Eigentums - gerade bei innovativen Themen - erschweren den wichtigen Schritt, sich international zu etablieren. Wie es sich in der Vergangenheit vor allem in China gezeigt hat, lässt sich der allgemeine Trend der Verschiebung nicht stoppen. Handelsbarrieren und Währungsrisiken sind hier nicht zu unterschätzende Hemmnisse, werden aber meist nach Risikoabwägungen von Unternehmen in Kauf genommen um international den Anschluss zu finden oder nicht zu verlieren.
 
Unser Beratungsansatz
Unsere Erfahrungen in der Chemiebranche basieren auf der engen Zusammenarbeit mit - vor allem mittelständisch geprägten - Unternehmen bzw. traditionsreichen Familienunternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der chemischen Industrie. 
Fein- und Spezialchemiehersteller sind uns ebenso bekannt wie Additiv- oder Monomerhersteller der Polymerindustrie und die Abnehmerseite bis hin zum Endverbraucher. Viele Farben- und Lackhersteller haben bereits auf unsere Beratung vertraut. Von der weltweiten Vertriebsoptimierung für Leder- und Textilzusätzen bis zur Marktbearbeitung von Härtern für Epoxidharze oder der GMP-Konformen Produktion mit Vertrieb von Wirkstoffen/APIs (Active Pharmaceutical Ingredients) haben wir bereits mehrfach Projekte in der Chemisch-pharmazeutischen Industrie erfolgreich umgesetzt.

Wir kennen die Branchentrends und den Chemiestandort Deutschland ebenso wie die Herausforderungen des Mittelstandes der Chemieindustrie im internationalen Wettbewerb. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickeln wir individuelle und maßgeschneiderte Lösungen innerhalb unseres gesamten Beratungsspektrums für die robuste Aufstellung von Unternehmen für die Zukunft.

Als unabhängige Top-Management-Beratung vertreten wir einzig und allein die Interessen unserer Auftraggeber zum Nutzen des Unternehmens und seiner Stakeholder. Wir wollen nicht überreden, sondern geprägt von Branchenkenntnissen, Methoden-Know how und langjähriger Praxiserfahrung überzeugen. Und dies jederzeit objektiv und eigenständig.

Unser Anspruch ist es, Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeit, Ertragskraft und Unternehmenswert unserer Auftraggeber nachhaltig zu steigern.
 
Schwerpunktthemen
Frontend
Backend

Am Front End – d.h. in allen zum Kunden gewandten Abläufen – liegen die Herausforderungen in der Chemie darin, Antworten auf die sich zunehmend verändernden Markt- und Wettbewerbsbedingungen zu finden. Ausgehend von unternehmerischer Vision und Strategie gilt es, einen überdurchschnittlichen Kundennutzen zu erzielen und sich durch stetige Innovationen in allen Bereichen unternehmerischen Handelns nachhaltig vom Wettbewerb zu differenzieren und abzusichern. Wir unterstützen unsere Kunden am Front End vor allem in folgenden Bereichen.
  • Strategische Überlegenheit
  • Zukunftsmanagement
  • New Business-Management/Diversifizierung
  • Marketingstrategie
  • Vertriebsstrategie- und Vertriebsperformance
  • Internationalisierungsstrategie
  • Produktmanagement
  • F&E-Management
  • Innovation
  • Pricing/Preisgestaltung
  • Wettbewerbsanalysen
  • Sortimentsoptimierung
  • Marktforschung

Am Back End, d.h. in der Wertschöpfungsstruktur und Finanzierung, liegen die Herausforderungen in einer angemessenen Aufbau- und Ablauforganisation, tragfähigen Kostenstrukturen sowie den finanzwirtschaftlichen Grundfragen. Es geht darum, effizienter und intelligenter als der Wettbewerb zu agieren. Hierbei unterstützen wir unsere Kunden vor allem in folgenden Bereichen
  • Organisation und Führung
  • Change Management
  • Operative Exzellenz
  • Globale Produktionsstrategie
  • Steigerung der Produktivität und Ertragskraft
  • Gestaltende Restrukturierung
  • Working Capital Management
  • Supply Chain Management
  • Ertrags- und Verlustquellenanalyse (EVQA)
  • Financial Controlling
  • Operatives Controlling
  • Effektives und effizientes F&E-Management

 
Projektbeispiele
Führender deutscher PVC Rohstoffhersteller: Innovationsaudit  
Für den führenden deutschen PVC Rohstoffhersteller (ca. 1.000 Mio. € Umsatz) wurde ein ganzheitlicher Innovationsaudit durchgeführt. Durch die Beurteilung bspw. der vorhandenen Innovationskultur, der Kreativität der Mitarbeiter als auch der Innovationsressourcen konnten Implikationen für den zukünftigen Umgang des Unternehmens mit dem Thema Innovation abgeleitet werden.
 
Führender Farben-und Lackhersteller: Markteintrittsstrategie  
Für einen führenden Hersteller von Silikatfarben (ca. 90 Mio. € Umsatz) wurde eine Markteintrittsstrategie entwickelt um neue Kundengruppen zu erschließen. Dafür wurden Zielkunden befragt, die Marktgröße bestimmt und die Vertriebsstrukturen auf Belastbarkeit untersucht. Die Strategie wurde anschließend auf internationalem Parkett ausgerollt und angewendet.
 
Hersteller von Farben und Lacken führender deutscher Baumärkte: Strategische Zukunftsoptionen  
Für einen Hersteller von Farben und Lacken führender deutscher Baumärkte (ca. 50 Mio. € Umsatz) wurden strategische Zukunftsoptionen abgeleitet und evaluiert.
 
Hersteller von Spezialschmierstoffen: Wachstumsstrategie  
Für einen Hersteller von Spezialschmierstoffen (ca. 85 Mio. € Umsatz) wurde eine Strategie erarbeitet, die das Wachstum des Unternehmens effektiv stärkt. Durch die Integration eines Projektmanagement-Tools kann die Entwicklung einzelner Projekte innerhalb des Unternehmens nun zielgerichtet beobachtet werden.
 
Marktführenden Hersteller von Lederbearbeitungschemikalien: Effizienzsteigerung  
Der internationale Vertrieb des marktführenden Herstellers von Lederbearbeitungschemikalien wurde betrachtet und optimiert. Im Rahmen eines Effizienzsteigerungsprojektes konnten global Einsparpotenziale identifiziert werden.
 
Verarbeiter von Kunststofffasern: Strategie zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit  
Für einen Verarbeiter von Kunststofffasern zur Herstellung von Hochleistungsgewebe in der Fördertechnik (ca. 20 Mio. € Umsatz) haben wir eine Strategie erarbeitet, welche die Zukunft des Unternehmens nachhaltig sichern kann. Teil des Projekts war eine Evaluierung der aktuellen Produktions- und Vertriebsstandorte unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen im Markt und Wettbewerbsumfeld.
 
Zulieferer von Additiven für die Polymerindustrie: Innovationsaudit  
Für einen Zulieferer von Additiven für die Polymerindustrie (ca. 300 Mio. € Umsatz) wurde ein ganzheitliches Innovationsaudit der strategischen Geschäftseinheiten durchgeführt. Hieraus konnten Schlüsse für die zukünftige Ausrichtung der F&E sowie die internationale Vernetzung der Einheiten gezogen werden.
 
Hersteller von Lacken und Beizen: Erweiterung des Produktportfolios  
Für einen Hersteller von Lacken und Beizen (ca. 90 Mio. € Umsatz) wurden neue Anwendungsfelder und eine damit einhergehende Erweiterung des Produktportfolios untersucht. Durch eine Marktforschung und ein Markteintrittskonzept konnte so eine belastbare Grundlage für eine nachhaltige Managemententscheidung geschaffen werden.
 
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Ihr Kontakt
Dr. Stephan Hundertmark
Leiter Chemie/Kunststoffe

 
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