München, 26.11.2020

Möbel: Trendometer 2021

Was sind die angesagten Themen in der Möbelbranche im Jahr 2021?
Auf einer Skala von 1-10: Welche Trends scheuchen die Player aus Ihrer Komfortzone, welchen „Impact“ haben sie auf die Branche?
W&P Branchenexperte Dr. Timo Renz wagt eine Prognose – im Trendometer 2021.

Wider Zweckoptimismus & Schwarzmalerei: Agiles Szenariomanagement - IMPACT 10
2020 war das wohl turbulenteste Möbeljahr der Nachkriegszeit. Dem Lockdown und Marktcrash im Frühjahr folgte durch Cocooning und Budgetverschiebungen von Freizeit/Reisen in Richtung Möbel eine regelrechte Rallye im Sommer und Herbst. In 2021 ist alles möglich: Das Cocooning und die Ralley können weitergehen - oder genau das Gegenteil eintreten, wenn Konsumenten nach der langen Durststrecke ihr Geld wieder in Reisen und Freizeit stecken können. Vor diesem nicht kalkulierbaren und volatilen Hintergrund sollten Unternehmen der Möbelwirtschaft in mit Prämissen hinterlegten Szenarien denken, diese kaufmännisch im Hinblick auf alle wichtigen Vertriebs-, Wertschöpfungs- und Finanz-Kennzahlen durchrechnen, Konsequenzen und Maßnahmen je Szenario ableiten und das Handeln danach ausrichten. Jeder Unternehmer sollte - ausgerichtet an unterschiedlichen Zukunftsszenarien - entsprechende Konzepte und Maßnahmenpläne in der Tasche haben. So ist man in jedem Fall vorbereitet, denn: Jetzt hilft weder Zweckoptimismus noch Schwarzmalerei. Sondern nur professionelles, agiles Szenariomanagement.

Lieferkette richtig managen: Seiltanz zwischen Effizienz und Flexibilität - IMPACT 9
COVID-19 hat als disruptives Ereignis die Schwächen klassischer Lieferketten „entlarvt“. Aus Kostengründen wurden globale Abhängigkeiten ohne enges Monitoring aufgebaut, die aktive Steuerung der hochkomplexen Lieferketten außer Acht gelassen. Notwendige Puffer wurden abgebaut, die Flexibilität marginalisiert. Das Resultat: Lieferengpässe bei essenziellen Vormaterialien, verlängerte Lieferzeiten, stockende Produktion, steigende Preise. Die Beschaf­fung aktiv zu gestalten und innovative Wege in der Gestaltung der Supply Chain einzuschlagen, ist deshalb in 2021 entscheidend. Hierbei sind die fünf Schlüsselparameter Wertschöpfungsstruktur, Standorte, Lieferanten, Bestände sowie Digitalisierung und Industrie 4.0: zu bewerten. Klar ist schon jetzt: Die Digitalisierung muss weiter vorangetrieben, Prozesse unternehmensweit verschlankt und fit gemacht werden. Die Mitarbeiter und Organisationen sollten in der Lage sein, mit agilen Strukturen auf unvorhergesehene und disruptive Ereignisse schnell und konsequent zu reagieren. Denn eine agile und robuste Supply Chain wird gerade in diesen Zeiten überlebenswichtig oder zumindest zu einem strategi­schen Wettbewerbsvorteil. Es ist ein Balanceakt zwischen Effizienz und Flexibilität, bei dem Stolpern verboten ist.

Datenschatz heben: Analytics-Leuchttürme pushen - IMPACT 8
Nicht erst seit Corona ist bekannt, dass sich Unternehmen, die in der Digitalisierung ihres Unternehmens sowie des eigenen Geschäftsmodells bereits weiter als der Wettbewerb vorangeschritten waren, stabiler und erfolgreicher entwickeln. Gerade der Analyse und optimierten Nutzung von Daten, der Data Analytics, kommt eine Schlüsselrolle zu, da sie schnell Wirkung entfalten können und somit als „Leuchttürme“ auf dem Weg zum „datengetriebenen Unternehmen“ dienen. Sie pushen die digitale Transformation. Viele Unternehmen verfügen jedoch nicht über ausreichend internes Wissen und Kompetenzen sowie Überblick über vorhandene Anbieter, Tools und Technologien, um ihren Datenschatz zu heben. Doch das muss nicht sein. Es gibt zahlreiche erfolgreiche „Use-Cases“ auf der Markt-/Kundenseite oder in den Back-End-Prozessen, die schnell hohen Nutzen stiften und den Wert der vorhandenen, aber nicht oder schlecht genutzten Daten kapitalisieren.
 
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Dr. Timo Renz
Managing Partner
 
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