W&P Kommentar
München, 07.10.2015

Alles Müll? Verkaufsschlager Nachhaltigkeit

Kommentar von Philipp P. Prechtl, Leiter Sport, Mode, Luxus bei Dr. Wieselhuber & Partner GmbH
Philipp P. Prechtl
Leiter Sport, Mode, Luxus 

Mit der Markteinführung einer Recycling-Kollektion rüttelt Adidas mal wieder die Branche auf. Was hinter dem Konzept steckt: Die Schuhe und Bekleidung aus der "Sport Infinity"-Kollektion lassen sich endlos wiederverwerten, indem sie gänzlich in ihre Ursprungsbestandteile zerlegt und in neuen Produkten wieder eingesetzt werden können. Ebenso können Teile aus Produkten völlig anderer Industriezweige, z. B. dem Flugzeugbau, in den Herstellungsprozess einfließen.

Kundenwünsche erfüllen und gleichzeitig die Umwelt schützen - welch innovative Idee?
Der Umweltschutzgedanke im Produktionsprozess von Sportartikeln ist keineswegs neu. Einige Outdoor-Anbieter sind schon seit ihren Anfängen auf diesem Gebiet erfolgreich unterwegs. Dennoch: Adidas widmet sich nun als erster Vollsortimenter aktiv dem Thema "nachhaltige Produktion" - und findet damit sicher Gehör. Denn Umweltschutz und Ressourcenverantwortung sind längst zu einem gesellschaftlichen Grundbedürfnis geworden. Moral und Wertehaltung sind wieder hipp. Entsprechend hoch ist die Erwartungshaltung der Konsumenten an "ihre" Hersteller.

Der Vorstoß von Adidas ist somit nicht nur überfällig sondern vor allem richtig. Hersteller - unabhängig ihrer Größe - können nur durch eine Veränderung ihrer Produktionsprozesse, die Neugestaltung ihrer Produktlinien und eine konsequente Vermarktung langfristig glaubwürdig in Sachen Umweltschutz überzeugen.

Hinzu kommt: In Zeiten, in denen Produkte in Design, Material und Anwendung immer ähnlicher und Anbieter aus Kundensicht zunehmend austauschbarer werden, liefert der Umweltschutz eine substanzielle Chance zur Wettbewerbsdifferenzierung. Aber höchste Vorsicht ist geboten: Wer seine Nachhaltigkeitsversprechen nicht zu 100% garantieren kann oder sogar vorsätzlich den Verbraucher täuscht, bekommt sicher die Quittung. Aktuell zeigt das Beispiel VW, wie hoch sie ausfallen kann...
 
Ihr Ansprechpartner
Stephanie Meske
Public Relations
 
Telefon
+49 89 / 286 23 139

Fax
+49 89 / 286 23 290

 
Kontaktieren Sie uns
 
Themenrelevante Inhalte
Zwischen Restrukturierungsdruck und smarter Zukunftschance. In dieser Situation stehen 2017 viele...
mehr
Veranstaltung, 09.11.2017
Die Top-Management-Veranstaltung „Branchenwerkstatt Möbel“ wird auch in 2017 in der bewährten Kooperation der Unternehmen Dr. Wieselhuber &...
mehr
Veranstaltung, 19.10.2017
Zwischen Restrukturierungsdruck und smarter Zukunftschance. In dieser Situation standen 2016 viele Entscheider der Sport & Mode-Branche...
mehr
Die Spielwaren-Branche steht vor großen Herausforderungen: Die Wettbewerbslandschaft ist eng und strukturell heterogen, Kunden...
mehr
Veranstaltung, 19.06.2017
Auf eine OutDoor-Messe in Bestform darf sich die globale Natursport-Branche am Bodensee freuen. Mit neuer Tagesfolge von Sonntag...
mehr
Der Kampf um den Kunden hat gigantische Dimensionen angenommen. Neben dem stationären Möbelhandel konkurrieren Onlineshops um die...
mehr
Smart Home ist in aller Munde. Doch noch läuft die branchenübergreifende Erschließung des...
mehr
Handelsmarken sind ein Instrument, um sich der Vergleichbarkeit zu entziehen. Vor allem aber müssen Private...
mehr
Seit gestern ist es wieder soweit – die ISPO öffnet ihre Pforten. Die Stimmung des Veranstalters könnte besser...
mehr
Kommentar, 25.10.2016
Produktmanagement scheint ein alter Hut zu sein. Und doch: Mittelständische Unternehmen revitalisieren zunehmend vorhandene Strukturen zum...
mehr
Darwins Sinnspruch „Nichts ist beständiger als der Wandel“ könnte die aktuelle Wirtschaftsrealität nicht...
mehr
Viele Molkereien leiden derzeit unter rückläufigen Erträgen und manche Genossenschaft sucht nach...
mehr
Publikation
mehr