Die Automobilzuliefer-Branche: Zukünftige Branchenentwicklung und aktuelle Reaktionsmuster

Die Markt- und Wettbewerbssituation der deutschen Automobilindustrie hat sich in den letzten Monaten drastisch verschärft. Neben der Finanzkrise machen altbekannte Probleme wie Überkapazitäten, nachhaltiger Kosten-/Preisdruck sowie volatile Rohstoffpreise den Automobilzuliefererbetrieben zu schaffen. Insolvenzen sind an der Tagesordnung - nicht nur Mittelständler stellen sich täglich die Überlebensfrage.

Hintergründe und Ausblicke beleuchtet die Studie "Die Automobilzuliefer-Branche: Zukünftige Branchenentwicklung und aktuelle Reaktionsmuster" von Dr. Wieselhuber & Partner GmbH (W&P).

Management Summary

Für die nahe Zukunft wird damit gerechnet, dass in Westeuropa ca. 17 % und weltweit ca. 19 % der Supplier vom Markt verschwinden werden.

Mit dem Erreichen der Talsohle wird für Westeuropa im 1. Halbjahr 2010 und weltweit im 4. Quartal 2009 gerechnet. Westeuropa wird die Krise also länger zu spüren bekommen als der Weltmarkt. Allerdings wird mit dem Erreichen der Top-Werte hinsichtlich der Produktion aus 2007 für Westeuropa erst im 1. Quartal 2012 und weltweit Mitte 2011 gerechnet. Die Entwicklung in den Schwellenländern wird das Wachstum auf dem Weltmarkt schneller beflügeln.

Kritisch ist anzumerken, dass das Wiedererlangen des Produktionsniveaus aus 2007 im 1. Quartal 2012 für Westeuropa bedeutet, dass der Markt einschließlich 2010 um durchschnittlich ca. 17 % p.a. wachsen muss. Hingegen gehen 64 % der Befragten davon aus, dass in Westeuropa das Top-Niveau aus 2007 nicht wieder erreicht werden wird – Gründe: Produktionsverlagerungen und Kapazitätsbereinigung.

Trotz des strukturellen Charakters der Krise und der erwarteten Langzeiteffekte sind die aktuell initiierten und die momentan geplanten Maßnahmen überwiegend operativer Natur und als Reaktion auf die Beschäftigungsschwankung ausgerichtet.

Lediglich bei den zukünftig erwarteten Trends wird auch stärker auf die richtige strukturell-stategische Ausrichtung der Unternehmen abgestellt.

Grundsätzlich: Die gegenwärtige Krise in der Automobil-Zulieferindustrie ist nicht nur eine Volumen-/ Konjunktur-, sondern vor allem auch eine Strukturkrise.

Die Initiierung auch struktureller Maßnahmen darf nicht ausbleiben, wenn die nachhaltige Überlebenssicherung und Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden soll.

Die klassischen Maßnahmen stoßen bei strukturellen Krisenursachen an ihre Grenzen: Begleitende Strukturanpassungen sollten daher rechtzeitig in die Wege geleitet werden.
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