Unternehmenssanierung in Aufschwung und Schuldenkrise: Sanierung und Finanzierung von Unternehmen mit schlechter Bonität

Wie sehen im Umfeld der Schuldenkrise aktuelle Herausforderungen und Stolpersteine in der Unternehmenssanierung aus? Und welche Faktoren beeinflussen den Gestaltungsspielraum der Banken in Sanierungsfällen?

Antworten und konkrete Handlungsempfehlungen liefert die Studie "Unternehmenssanierung in Aufschwung und Schuldenkrise: Sanierung und Finanzierung von Unternehmen mit schlechter Bonität" von Dr. Wieselhuber & Partner (W&P).

Management Summary

Die Schuldenkrise macht täglich deutlich, wie schwer bzw. teuer es ist, mit schlechtem Rating neue Kredite aufzunehmen. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass es keinem Kreditnehmer anders ergeht, als jetzt den verschuldeten Staaten. Insbesondere Unternehmen mit einem Rating jenseits des Investmentgrades können „ein Lied davon singen“.
Bei der Unternehmensfi nanzierung kommt meist erschwerend hinzu, dass die einzelnen Finanzierungspartner unterschiedliche Ziele verfolgen und unterschiedliche Gestaltungsspielräume haben. In der Spätphase des Aufschwungs nach der Wirtschaftskrise, mit den real- sowie finanzwirtschaftlichen Risiken der Schuldenkrise, zeigen sich zudem situationsspezifi sche Problemschwerpunkte der Unternehmenssanierung bzw. -finanzierung.

Aus Finanzierersicht problematisch sind insbesondere hohe Verschuldungsgrade, die steigenden Energie- und Rohstoffkosten die „Cashfl ow fressen“ sowie die ausgeprägte Volatilität auf allen Märkten, die durch Sensitivitätsanalysen und eine „dynamische“ Unternehmenssteuerung berücksichtigt werden müssen.
Der Gestaltungsspielraum der Banken bei der Prolongation bestehender Kredite sowie bei der Einigung auf den meist überlebenswichtigen going concern ist insbesondere bestimmt durch die Heterogenität der Passivseite bzw. die Einzelinteressen der Finanzierer.

Das Vordringen angloamerikanischer „Spielregeln“ sowie deren Dokumentation in den Klauseln des LMA erhöhen zwar den Arbeitsaufwand der betroffenen Finanzierer, verändert jedoch den Gestaltungsspielraum nicht grundsätzlich.
Ein klares Profil zeigt die Erwartungshaltung der Finanzierer an den Sanierungsberater. Ein umfassendes „Sanierungsgutachten“ ist Standard, gefragt ist die Lösung der anstehenden Probleme durch die Entwicklung realisierbarer Maßnahmen und deren zielorientierte Umsetzung.

Deutlich an Stellenwert gewonnen haben Konzepte, die auch Lösungsvorschläge für mögliche Probleme der Passivseite umfassen – dies ist wohl der bestehenden Heterogenität der Finanziererstrukturen geschuldet.
Nach wie vor gilt: Trotz Liquiditätsüberschuss in den Finanzmärkten und ausgeprägter Finanzierungsbereitschaft aller klassischen „Mittelstandsfi nanzierer“, insbesondere im Non-Investmentgradebereich, sind Zusatzfi nanzierungen nur schwer darstellbar. Dies umfasst auch Kapitalmarktprodukte wie Bonds oder strukturierte Finanzierungen. Teilweise Abhilfe schaffen alternative Instrumente speziell für die Absatz- und Beschaffungsfi nanzierung. Dies erfordert jedoch ebenfalls eine entsprechende Bonität der Forderung selbst, d. h. zumindest der Kunde muss „factorfähig“ sein. Ob die Schuldenkrise Auswirkungen auf die Unternehmensfinanzierung hat, bleibt abzuwarten. Erschwernisse sind mit Sicherheit durch Basel III – insbesondere im Langfristbereich – zu erwarten.
Inhaltsverzeichnis 
1.
Einleitung

2.
Ablauf

3.
Problemschwerpunkte in der Unternehmenssanierung

4.
Bestimmungsfaktoren des Gestaltungsspielraums der Banken

5.
Erwartungen an den Sanierungsberater
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