W&P Kommentar
München, 01.04.2015

Smart Building: Bauzulieferer aufgewacht!

Kommentar von Florian Kaiser, Leiter Bau und Bauzuliefererindustrie bei Dr. Wieselhuber & Partner
Florian Kaiser
Leiter Bau und Bauzuliefererindustrie 

Die vielversprechende Entwicklung und Bedeutung des Smart Building-Marktes für die Bauzulieferindustrie ist unstrittig. Vor dem Hintergrund sich rasant entwickelnder technologischer Grundlagen, dem zunehmenden Nutzerbedürfnis nach Komfort und der übergeordneten Zielsetzung, den Energieverbrauch von Gebäuden stark zu senken, ist der Markt für smarte Lösungen vorbereitet. Doch: Warum tun sich gerade etablierte Unternehmen der Bauzulieferindustrie so schwer, diese Chance zu nutzen und sich den damit einhergehenden Herausforderungen zu stellen?

In der Vergangenheit sind Unternehmen gut damit gefahren, ihr jeweiliges, gewerkspezifisches Produktportfolio zu optimieren und sei es Elektroinstallation, Türsprechanlagen, Alarmanlagen, Verschattungssteuerung oder Heizungslösungen als in sich "quasi autonome" Systeme zu entwickeln und zu vermarkten. Im Smart Home verschwimmen die Grenzen dieser Produkte zukünftig bis zur Unkenntlichkeit: Das Gebäude wird zum integrierten System, dessen verschiedene Subsysteme untereinander aktiv in Beziehung treten und aufeinander abgestimmt in einem großen Ganzen funktionieren müssen.

Die Folgen?
  • Die Grenzen zwischen den Gewerken verschwimmen - technologische Kompetenzen aus neuen Feldern wie Vernetzung und Software gewinnen an Bedeutung
  • Kreativität und innovative Lösungen werden zum Differenzierungsfaktor im Wettbewerb.
  • Smarte Lösungen müssen ganz neue Nutzenkategorien berücksichtigen.
  • Traditionelle vertriebliche Konzepte, die früher primär auf den Handwerker abzielten, verlieren an Wirkung. Neue Ansätze, die den Endkunden und sich wandelnde Bedürfnisse der Fachhandwerker berücksichtigen, gewinnen weiter an Bedeutung.
  • Stark "asymmetrische" Partnerschaften und Kooperation zwischen etablierten und sehr jungen sowie sehr großen und eher kleinen Unternehmen gewinnen an Bedeutung.
Für Unternehmen der Bauzulieferbranche resultieren daraus Fragen, deren Beantwortung existentiell ist: Wie kann man sich im strategischen Portfolio des Smart Home Marktes positionieren? Wo positionieren sich altbekannte und völlig neue Wettbewerber? Wo ist Markt zu gewinnen und wo muss das margenstarke "Brot und Butter Geschäft" verteidigt werden?

Antworten kann nur eine übergeordnete strategische Diskussion über die künftige Ausrichtung des Unternehmens sowie des Geschäftsmodells auf Management- und Gesellschafterebene liefern. Die konsequente Umsetzung der daraus resultierenden Anpassungen wird zum Zünglein an der Waage in Sachen "zukünftiger Unternehmenserfolg". Bauzulieferer, aufgewacht! Die Tragweite der Smart Building-Marktveränderung wird in strategischen Überlegungen in Unternehmen noch viel zu wenig berücksichtigt - dabei bleiben große Chancen ungenutzt.

Für weitere Informationen stehen wir jederzeit gerne zur Verfügung.
 
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