W&P Kommentar
München, 25.06.2014

Auf zu neuen Ufern in der Kassenzone: Verlierer und Gewinner der neuen Check-Out-Welt

Kommentar von Gerald Lindinger-Pesendorfer, Leiter Food/FMCG bei Dr. Wieselhuber & Partner
Gerald Lindinger-Pesendorfer
Leiter Food/FMCG 

Und jetzt kommt auch noch die süßwarenfreie Kassenzone nach Deutschland!
Als wäre es nicht genug, dass sich strategisch denkende Unternehmen mit der Herausforderung "Check-out-Zone im Online-Handel" beschäftigen müssten. Für impulsgetriebene Produkte ist die - langsam aber sicher - stattfindende Verlagerung von Nahrungsmitteleinkäufen "ins Internet" sicherlich eine große Herausforderung. Der Impuls besteht ja eben darin, dass der Käufer ein Produkt zum sofortigen Konsum haben möchte. Unternehmen wie Wrigley nehmen sich dieses Thema ernsthaft an und erforschen die Chancen für Impulsartikel im digitalen Zeitalter. Aber kann die Antwort tatsächlich in der Kassenzone gefunden werden? Selbst wenn an "Kassenzonen" im Internet auch Angebotsartikel zum zusätzlichen Einkauf feilgeboten werden, wäre dieses Angebot für ein sehr breites Produktspektrum offen: Warum sollte der Käufer nicht doch noch anstelle des Kaugummis oder des Schokoriegels einen Obst- & Gemüsedrink kaufen?

Sowohl in der digitalen wie auch in der klassischen Kassenzone werden also die Claims neu abgesteckt. Was für die klassischen Impulsartikel zu Verlusten führt, ergibt natürlich Chancen für neue Anbieter. Werden aber tatsächlich die gesunden Snackartikel die Gewinner sein, oder findet sich in Zukunft ein breites Angebot an Promotionartikeln? Sicherlich hat auch der Handel ein Interesse daran, die hohen Gewinnmargen dieser exklusiven Verkaufsfläche zu bewahren. Die Chancen werden also sicherlich für jene Produkte größer sein, die zum sofortigen Verzehr geeignet sind. Zu gut passen diese Convenience-Artikel zu den neuen Verzehrgewohnheiten, die bei Konsumenten viele kleine Mahlzeiten und Snacks über den Tag verteilt beinhalten.

Die Risiken und Chancen, die sich aus dieser Neuverteilung ergeben, sind beachtlich. Diese Veränderung ist aber nur eine Ausdrucksform der sich ändernden Einkaufs- und Konsumgewohnheiten. Unternehmen, die sich für die Zukunft richtig aufstellen wollen, können diese Veränderung als Anlass nehmen und die Auswirkungen von sich ändernden Wertvorstellungen, neuen Ernährungsmustern, demografischen Effekten, der Digitalisierung etc. weitreichend überdenken.

Nur wer sich jetzt ein Bild macht, welche Rolle sein Unternehmen in 5 bis 10 Jahren in der neuen Welt einnimmt, kann einen zukunftsfähigen Weg auch gezielt einschlagen. Der zusätzliche Umsatz, der sich dann aus dem Bereich der Kassenzone ergibt, ist dann nur ein erfreuliches Nebenprodukt auf dem Weg zu neuen Ufern.
 
Ihr Kontakt
Stephanie Meske
Public Relations
 
Telefon
+49 89 / 286 23 139

Fax
+49 89 / 286 23 290

 
Kontaktieren Sie uns
 
Themenrelevante Inhalte
2012 fand die erste Branchenwerkstatt Möbel statt. Seither sind 10 Jahre...
mehr
Beim Blick auf die „Fabrik von heute" ist man hierzulande weit weg von einer flächen­deckenden...
mehr
Die Materialversorgung war 2021 neben der Pandemie die größte Herausforderung der Branche. Das brisante Thema scheint...
mehr
Dem Einzelhandel in Deutschland stehen große Veränderungen bevor. Auch die Grüne Branche ist im stationären Bereich davon...
mehr
In Zeiten des Corona-Nebels war das Agieren der Unternehmen notwendigerweise charakterisiert durch...
mehr
Kommentar, 21.12.2021
Erst einmal abwarten, keine Panik, es wird nicht viel schlimmer werden und wenn es soweit ist, können wir immer noch handeln und aktiv...
mehr
Bekanntlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Doch: Nach der Pandemie wird nicht alles so sein wie vorher. Ja...
mehr
Kommentar, 07.09.2021
Kosten weiter senken, Prozesse optimieren, neue Software implementieren, Working Capital reduzieren, Governance verbessern. etc. Alles notwendig, die...
mehr




Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Webseite. Mit der Nutzung unserer Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.