München, 18.02.2026

Im Rahmen des digitalen Executive Dialogs von Dr. Wieselhuber & Partner (W&P) in Kooperation mit HEUKING und Linklaters stand die Frage im Mittelpunkt, welche Sicherheiten in der Unternehmensfinanzierung tatsächlich tragen – rechtlich, wirtschaftlich und in der Verhandlung.

Zum Auftakt ordnete W&P Managing Partner Volker Riedel die sicherheitenbezogenen Herausforderungen in den aktuellen Finanzierungsmarkt ein und machte deutlich, dass Sicherheiten „weil sie durchsetzbar sind, weil sie einen Wert darstellen und weil sie ein zentraler Verhandlungshebel aus Unternehmens- und Kreditgebersicht sind“ zunehmend ein zentrales Steuerungsinstrument für Banken und Unternehmen geworden seien. Entscheidend: Ihre strategisch richtige Ausgestaltung.

Sandra Pfister und Beliardis Ehlert‑Gasde, Heuking Kühn Lüer Wojtek, erläuterten entsprechend, wie Sicherheiten aus Sicht der Kreditnehmer strukturiert, priorisiert und verhandelt werden sollten. Sie zeigten, dass Sicherheiten ein strategisches Instrument zur Optimierung der Finanzierungsstruktur darstellen – vom Zugang zu Finanzierung bis zur Verbesserung von Margen, Laufzeiten und Covenants. Dabei wurde deutlich, dass Proportionalität, operative Flexibilität und Zukunftsfähigkeit wesentliche Leitplanken bilden. In ihrer Darstellung der akzessorischen und nicht‑akzessorischen Sicherheiten machten sie deutlich, wie stark rechtliche Anforderungen, Kostenaspekte und nationale Besonderheiten – etwa notarielle Beurkundungspflichten oder das Fehlen eines Sicherheitenregisters – die praktische Umsetzung prägen.

Dr. Sabine Vorwerk, Partnerin bei Linklaters LLP, und Eva Ringelspacher, Mitglied der Geschäftsleitung bei W&P, stellten die Finanziererperspektive in den Mittelpunkt.  Vorwerk beleuchtete die Sicherheitenstruktur aus Sicht der Kreditgeber und stellte die Durchsetzbarkeit im Krisenfall in den Mittelpunkt. Insbesondere die Limitation Language erweise sich dabei als zentrales Element, da sie den Zugriff auf Sicherheiten innerhalb einer Unternehmensgruppe erheblich begrenzen kann. Ihre praktische Relevanz steigt insbesondere dann, wenn sich die wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers verschlechtert. „In der Krise entscheidet nicht nur die Qualität der Sicherheiten, sondern vor allem deren Verwertbarkeit und die Zeit bis zur Realisierung“, so Ringelspacher. Gerade bei Überbrückungsfinanzierungen treffen hoher Zeitdruck, unsichere Zukunftsperspektiven und steigende Anforderungen an die Insolvenzsicherheit der Struktur aufeinander. Überbrückungskredite können dabei als Bargeschäft ausgestaltet werden, sofern neues Geld gegen neue Sicherheiten gewährt wird. Entscheidend ist eine klare und saubere Strukturierung.

Die anschließende Werkstattdiskussion zeigte, wie vielschichtig und technisch anspruchsvoll die Sicherheitenstrukturierung inzwischen geworden ist. Diskutiert wurden unter anderem praktische Fragen zur Wirksamkeit von Anzeigen bei Verpfändungen, der Umgang mit Lender‑Liability‑Risiken, die Bewertung von Sicherheiten bei Fresh‑Money‑Vergaben, Auswirkungen der Limitation Language in komplexen Gruppenstrukturen sowie die Rolle von Treuhandmodellen bei der Sicherheitenverwertung. Deutlich wurde: Sicherheiten sind längst nicht nur juristische Konstruktionen, sondern zentrale Verhandlungselemente, deren Werthaltigkeit und Durchsetzbarkeit immer stärker über Refinanzierungsfähigkeit und Restrukturierungserfolg entscheiden.

 

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Executive Dialog: Sicherheiten, die zählen