Wie können Familienunternehmen und Top-Entscheider des Mittelstands ihre Zukunftsfähigkeit sichern? Welche Rolle dabei strategische Weichenstellungen und konsequente Umsetzung spielen, zeigte der W&P Unternehmersalons „Winning Tomorrow – Die Strategie der Zukunftsmacher“ mit besonderem Blick auf die Bauwirtschaft.
Die veränderten strategischen Rahmenbedingungen verdeutlichte Dr. Volkhard Emmrich, Senior Advisor und Mitglied des China Desk der Management Link GmbH, am Beispiel des chinesischen Marktes. Wer dort weiterhin erfolgreich sein wolle, müsse lokale Wertschöpfung aufbauen, kundenspezifische Lösungen entwickeln und chinesische Partner- und Lieferantenstrukturen etablieren. „Reine Importmodelle funktionieren nicht mehr. Das Erfolgsrezept ‚deutsch, technisch gut und teuer‘ hat ausgedient“, so Emmrich.
Entscheidend ist jedoch, die Strategie konsequent in die Umsetzung zu bringen. In seinem Impuls „Zwischen Krisen und Superzyklus – was Zukunftsmacher von der Bauindustrie lernen können“ plädierte Oliver Markschläger, Leiter Bau- und Bauzuliefererindustrie bei W&P, dafür, Transformations- und Strategieprojekte nach den Erfolgsprinzipien von Baustellenteams abzusichern: Erfolge sichtbar machen, Raum und Kapazität voll zusichern, Verantwortung übernehmen, Projektstolz entwickeln. „Erst die erfolgreiche Umsetzung entfaltet das Potenzial der Strategie!“
Das Spannungsfeld zwischen strategischer Planung und unternehmerischer Flexibilität stand im Mittelpunkt der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Gastgeber und W&P Partner Dr. Stephan Hundertmark. „Zunehmende Komplexität erfordert heute das Denken in strategischen Opportunitäten,“ so Ralf Dahmer, CEO Gebhardt Group. Statt langfristige Entwicklungen aus der Vergangenheit fortzuschreiben, müssten Unternehmen ihre Annahmen laufend hinterfragen. So auch Dr. Manuel Schönwitz, Geschäftsführer WeberHaus GmbH & Co.: „Heute müssen wir unsere strategischen Überlegungen in deutlich kürzeren Zyklen überprüfen, anpassen und in Szenarien denken." Gerade in Krisensituationen sei zudem Transparenz und die Anerkennung der eigenen Lage unverzichtbar: „Das Prinzip Hoffnung ist kein Geschäftsmodell! Es geht darum, den Status quo frühzeitig und schonungslos anzuerkennen. Wer das nicht gleich zu Beginn tut, verliert wertvolle Sanierungszeit“ so Thomas Schulte, CRO der Management Link GmbH.
Dass strategische Zukunftsfähigkeit für die Gestaltung des Wirtschaftsstandorts Deutschland angesichts wachsender Versorgungsrisiken auch die Absicherung kritischer Ressourcen voraussetzt, unterstrich abschließend Dr. Peter Buchholz, Leiter der Deutschen Rohstoffagentur (DERA): „Ein risikobewusstes, strategisches Management der Rohstoffversorgung kann kurz- bis mittelfristig ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein“, so Buchholz.
Fazit von Gastgeber Hundertmark: „Aus der Unfallforschung ist bekannt: Man fährt dahin, wo man hinschaut. Deswegen fokussieren Zukunftsmacher nicht auf Probleme, sondern nehmen Gestaltungräume in den Blick!“