Wie lassen sich ungenutzte Unternehmensdaten in konkrete Ergebnis- und Liquiditätspotenziale übersetzen? Und welchen Beitrag kann Künstliche Intelligenz dabei leisten, Materialkosten nachhaltig zu senken? Diesen Fragen widmete sich der Executive Dialog von Wieselhuber & Partner in Kooperation mit der Luminarity AG und der Putzmeister Holding GmbH.
Produktbeschreibende Daten sind ein zentraler Hebel zur Optimierung von Materialkosten, werden in vielen Unternehmen jedoch noch nicht konsequent genutzt. „Die größte Herausforderung ist nach wie vor die Datenqualität. Doch genau hier liegt der Schlüssel, um reale Einsparpotenziale zu heben“, betonte Christian Sprenger, Partner und Leiter Operational Excellence bei W&P, einleitend. Er zeigte auf, wie sich durch die systematische Verknüpfung und Auswertung vorhandener Daten Transparenz über Artikel-, Lieferanten- und Kostenstrukturen schaffen und konkrete Ansatzpunkte zur Ergebnisverbesserung identifizieren lassen. Gleichzeitig verwies er auf bestehende Herausforderungen wie unzureichende Datenqualität, fehlende Ressourcen und regulatorische Anforderungen. Sein Fazit: „Am Ende eines steinigen Weges wartet ein Topf voll Gold – Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts.“
Hans-Peter Gysel, geschäftsführender Gesellschafter der Luminarity AG, erläuterte, wie produktbeschreibende Daten strukturiert und in eine einheitliche, KI-lesbare Form überführt werden können. Grundlage hierfür sind sogenannte „Unified Part Representations“, die technische und kommerzielle Informationen zusammenführen. Der entscheidende Hebel liegt in der Analyse von Massendaten: Hunderttausende Artikel werden in kürzester Zeit ausgewertet – und dadurch Einsparpotenziale faktenbasiert und skalierbar identifiziert. Gleichzeitig ermöglichen die Daten automatisierte Klassifizierungen, Kostenvorhersagen und eine deutlich erhöhte Transparenz über Artikel-, Gleichteil-, Lieferanten- und Preisstrukturen.
Wie sich dieser Ansatz in der Praxis umsetzen lässt, zeigte Alexander Heinzelmann, Head of Corporate Procurement der Putzmeister Holding GmbH. Ausgangspunkt waren umfangreiche Datenbestände mit hoher Variantenvielfalt, geringen Stückzahlen und gleichzeitig erheblichem Kostendruck. Durch die systematische Analyse ähnlicher Bauteile wurden erhebliche Preisunterschiede identifiziert. Einsparungen konnten unmittelbar realisiert werden und das auch ohne aufwendige Lieferantenwechsel, allein durch Transparenz und die konsequente Nutzung der vorhandenen Datenbasis. Darüber hinaus eröffnete der Ansatz Potenziale zur Standardisierung von Bauteilen, zur Beschleunigung von Entwicklungsprozessen sowie zur Verbesserung von Kostensicherheit und Entscheidungsqualität im Einkauf.
In der anschließenden Werkstatt Diskussion standen die praktische Umsetzung, die Qualität und Verfügbarkeit von Daten sowie die Integration in bestehende Systemlandschaften im Mittelpunkt. Deutlich wurde, dass neben der Technologie vor allem Vertrauen in die Daten, deren Strukturierung und die organisatorische Verankerung im Unternehmen entscheidend sind. Gleichzeitig bestätigten die Erfahrungen aus der Praxis, dass sich der Mehrwert datengetriebener Ansätze schnell realisieren lässt – durch höhere Transparenz, schnellere Entscheidungen und eine deutlich präzisere Steuerung im Einkauf.