München, 27.06.2018

Familienunternehmen im Dialog: In familiären Fahrwassern oder fremden Händen?!

Die deutsche Unternehmenslandschaft verändert sich. Traditionsreiche Familienunternehmen werden nach Generationen und teils Jahrhunderten zum ersten Mal von einem Nicht-Familienmitglied geführt. Der 2. Münchner Unternehmer-Salon der Unternehmeredition und Dr. Wieselhuber & Partner stellte sich diesem Thema: Was ändert sich, wenn Fremdmanagement das Ruder übernimmt? Welche Rolle können Private Equities als Investoren übernehmen? Wo entstehen im Mehr-Generationen-Unternehmen Kulturbrüche?

Prof. Dr. Norbert Wieselhuber, Managing Partner der Dr. Wieselhuber & Partner GmbH, brachte es gleich zu Beginn des Abends auf den Punkt: „Steht im Familienunternehmen ein Führungswechsel an, muss die ökonomische Balance und künftige Machtverteilung zwischen Shareholder und Management adressiert und geregelt werden – egal ob in familiären Fahrwassern oder fremden Händen.“
 
Horst W. Garbrecht, Vorsitzender der Geschäftsführung der Metabo GmbH, ging auf den Zusammenhang zwischen Besitzverhältnissen und der Ausrichtung eines Unternehmens ein: „Ob die Anteile eines Unternehmens von der Familie, Private Equity oder von einem Strategischen Investor gehalten werden, ist für den Unternehmenserfolg nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist, dass die Strategie stimmt.“ Dabei habe ein Fremdmanagement gegenüber einer Führung aus dem Familienkreis oft den Vorteil, frei von „Altlasten“ neue Visionen und Strategien entwickeln und auf den Weg bringen zu können. Garbrecht brach dabei auch eine Lanze für Private Equity: „Ich bin ein Fan von Familienunternehmen mit ihrer typischerweise langfristig-nachhaltigen Denkweise, aber für Metabo war der Einstieg eines Finanzinvestors in einer Phase der strategischen Neuausrichtung eine sehr gute Brücke. Im Nachhinein betrachtet, hatte der Finanzinvestor einen erheblichen Anteil am erfolgreichen Turnaround des Unternehmens.“
 
Für Christian Fischer, Geschäftsführender Gesellschafter vom Piano-Fischer Musikhaus, steht demgegenüber für eine familieninterne Generationenfolge: „Zwei Alphatiere im Ring, unausgesprochene Spannungen, unterschiedliche Erwartungshaltungen und das Wissen um eine gemeinsame Vergangenheit sorgen oft für Zündstoff. Der einzige Ausweg: offene Kommunikation. Dafür müssen Regeln und Erwartungen von Beginn an festgehalten werden – und zwar mündlich und schriftlich!“ Gerade in Krisenzeiten trägt dann auch das „Prinzip Familienunternehmen“, wenn es Fokus und Gemeinsamkeit braucht.
 
Résumé des Abends: Egal ob in familiären Fahrwassern oder fremden Händen. Die Professionalisierung der Führung durch externes Know-how ist einer der großen Knackpunkte, dem sich alle Unternehmen stellen müssen.
 
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