München, 23.11.2022

Bau- / Bauzulieferindustrie: Trendradar 2023

Was sind die angesagten Themen im Bereich Bau-/Bauzulieferer im Jahr 2023?
Auf einer Skala von 1-10: Welche Trends scheuchen die Player aus ihrer Komfortzone, welchen „Impact“ haben sie auf die Branche?

W&P Branchenexperte Florian Kaiser wagt eine Prognose - im Trendradar 2023.

Absatzeinbruch 2023: Konsequent durchsteuern! IMPACT 10
Durch die Baukostensteigerungen von ca. 30 % seit 2019 und die um ca. 300 % gestiegenen Finanzierungskosten, zeichnet sich seit Sommer 2022 ein deutlicher Rückgang der Absatznachfrage in der gesamten Braubranche ab. In 2023 wird die Branche einen Absatzrückgang von bis zu 10 % erleben. Bedingt durch signifikante Kosten- und Preissteigerungen, wird der Umsatzrückgang nicht so vehement zu Buche schlagen. Dennoch: Auslastung und Ergebnis werden deutlich niedriger ausfallen. Vor diesem Hintergrund heißt es mehr denn je: konsequent steuern, Kosten und Effizienz im Auge und im Griff haben. Außerdem die definierte Strategie weiterverfolgen oder gerade jetzt schärfen. Denn, das ist die gute Nachricht: Die langfristige Nachfrage ist ungebrochen, der Gestaltungsbedarf der Branche insbesondere hinsichtlich Nachhaltigkeit, Prefab, Digitalisierung/ BIM und Konsolidierung ist vielfältig und bietet gerade für Strategen große Chancen. Daher: Strategie - jetzt erst recht!

Effizienz in der Marktbearbeitung: Vertriebsperformance bei den Zielgruppen! IMPACT 9
Absatz runter, Kosten runter und Effizienz rauf. Dieses Motto wird gerade im Vertrieb/ Marketing und der Markt- und Zielgruppenbearbeitung maßgeblich sein. Denn nach fast 3 Jahren Pandemie und neu erlernten hybriden Vertriebsformen und der absehbar eher negativen Nachfrageentwicklung kommt der Effizienz im Vertrieb wieder eine deutlich größere Bedeutung zu. Wie effizient agiert der Vertrieb und das Marketing hinsichtlich Ressourceninput und Ergebnis? Dies kritisch zu hinterfragen und in der Marktbearbeitung nachzuschärfen, hilft Herstellern dabei, in den kommenden 18 – 24 Monaten trotz Krise effizient Marktanteile zu gewinnen und Erträge abzusichern.

Nachhaltigkeit: Wertschöpfungskette und Ressourceneinsatz neu denken! IMPACT 8
Bekanntlich hat der Bausektor den größten CO2-Fußabdruck aller Branchen. Doch echte Weiterentwicklung hin zu mehr Ressourcenverantwortung in Planung, Projektierung, Produktion und Produkt braucht mehr Mut! Ressourceneinsatz reduzieren und Wiederverwendung in der Breite etablieren, Reduktion des Flächenverbrauchs und insbesondere Reduktion des Energieaufwandes während der Lebensdauer sind die notwendigen Stoßrichtungen. Entscheider orientieren sich zunehmend an diesen Parametern. Bauprodukthersteller brauchen hierauf eine Antwort sowohl in Produkt, Systemen, Lösungen als auch darin wie Bau gedacht wird. Die stofflichen Ressourcen in Objekten werden zukünftig wie selbstverständlich zu den Gebäudedaten gehören. Urban Mining ist heute noch eher Kuriosität, doch der Branche wird gar nichts anderes übrigbleiben, als sich hierzu bereits jetzt konsequent zu positionieren und weiter zu denken. Das schafft mittelfristig wichtige Differenzierung beim Entscheider, langfristig wird es zum zwingenden Hygienefaktor.


Pricing: Im Preischaos die Strategie nicht aus den Augen verlieren! IMPACT 8
Von Monat zu Monat steigen Material- und Rohstoffkosten deutlich, neue Preisrunden oder Teuerungszuschläge wiederholen sich. Wohl dem, der bereits über ein etabliertes und effizientes Preismanagement verfügt. Noch nicht vorhanden? Dann heißt es jetzt, dieses schnellstens aufzubauen und zu entwickeln. Doch auch wenn man mit Preisanpassungen kaum mehr nachkommt, sollte man eine klare und differenzierte Preisstrategie nicht aus den Augen verlieren. Sowohl die nicht triviale Preisgestaltung hin zum Kunden als auch die interne Pricing-Organisation und Systematik, sind heute mehr denn je Erfolgsfaktoren für das Unternehmensergebnis. Diese Strukturen und Handlungsweisen sollten gerade jetzt hinterfragt und geschärft werden!
 
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