München, 09.12.2021

W&P-Trendometer 2022: Nachhaltigkeit, Resiliente Wertschöpfungsketten, Digitale Transformation, Strategie 2030+

Die Top-Trends des Jahr 2022 verlangen Marathon-Mentalität von mittelständischen Unternehmen: Nachhaltigkeit, Resiliente Wertschöpfungsketten und Digitale Transformation eingebettet in eine Strategie 2030 – dieses Aufgabenpaket ist nicht auf die Schnelle zu erledigen. Das ist das Ergebnis des aktuellen „Trendometer 2022“ von Dr. Wieselhuber & Partner (W&P), in dem jährlich unterschiedliche Branchen von Maschinen- & Anlagenbau, über Bau/Bauzulieferer, Chemie/Kunststoffe bis hin zu Konsumgütern/Handel unter die Lupe genommen werden.

Trend 1: Nachhaltigkeit im gesamten Geschäftsmodell
Das Wirtschaften ohne Rücksicht auf Verluste hat keine Zukunft mehr – nicht nur in ressourcenintensiven Branchen. Die Dimensionen „Planet“, „People“ und „Performance“ müssen mit Systematik angegangen, stringente Ziele in einer Nachhaltigkeitsstrategie verankert werden. Die Wertschöpfung muss wirtschaftlich effizient und nachhaltig ausgerichtet werden, um Energieverbrauch, CO2-Emissionen und Kosten zu senken und parallel kurze Lieferketten und gesunde Arbeitsbedingungen zu schaffen. Zudem ist klar: Ohne Nachhaltigkeitsstrategie künftig keine ESG-konformen Finanzierungen, ohne Green Finance keinen Zugang zu notwendigen Finanzmitteln für den Umbau des Geschäftsmodells.

Trend 2: Resiliente Wertschöpfungssysteme
Externe „Schocks“ wirken aus wertschöpfender Sicht negativ auf Angebot und Nachfrage. Resiliente Wertschöpfungsketten werden unverzichtbar, wenn es darum geht, wirtschaftliche Verluste zu vermeiden. Doch in vielen Unternehmen zeigt sich: Die Kostenoptimierung der letzten Jahrzehnte hat aus globalen Wertschöpfungsketten zwar ein gut eingeschwungenes, aber fragiles Konstrukt gemacht. Darum sollten Krisenstrategien entwickelt, Szenarien gerechnet und das Spektrum an Handlungsmöglichkeiten definiert werden. Die Digitalisierung spielt eine tragende Rolle, wenn es darum geht, Prozesse unternehmensweit schlank und fit zu machen, um steigenden Material- und Logistikkosten entgegenzuwirken.

Trend 3: Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz (KI)
Die Spielzeit mit neuen Technologien ist vorbei. In 2022 müssen Prototypen in den Live-Betrieb übergehen, um den geplanten Business Value zu realisieren. Doch das Management im Mittelstand traut sich immer noch zu wenig an bspw. Predictive Maintenance, datenbasierte Geschäftsmodellinnovationen, Digital Engineering, Cloud Computing heran. Eine entsprechende Unternehmensstrategie muss „Digitalisierung“ in konkrete Maßnahmen überführen und Ziele prüfbar machen. Das geht nicht ohne den digitalen Mindset der Führungskräfte und Mitarbeiter.

Trend 4: Strategieentwicklung 2030+
Für eine grundlegende Transformation in der Nachhaltigkeitswende und der konsequenten Digitalisierung aller Unternehmensbereiche ist ein langfristiger Orientierungsrahmen unabdingbar. Für UnternehmerInnen hat Strategie deshalb in 2022 “Top Priority“. Eine längere Perspektive, 2030+, muss in den Fokus rücken, um eine tragfähige, robuste und zukunftsfähige Positionierung möglich zu machen. Sie setzt ein klares Strategieverständnis und die agile Einbindung des erweiterten Führungskreises ebenso voraus wie einen sauberen Prozess mit notwendiger Analyse Inside-out und Outside-In, den entsprechenden konzeptionellen Ableitungen und dem zur Erreichung notwendigen Maßnahmenprogramm. Der Strategieerfolg hängt am Ende von der Qualität der Umsetzung ab. Strategy is back!

Fazit:
Das Geschäft einfach laufen lassen? Sicher nicht in 2022. Denn die Trends 2022 verlangen Durchhaltequalitäten vom Management im Mittelstand – und das über alle Branchen hinweg.
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