München, 08.07.2026

Steigender Restrukturierungsdruck, wachsender Finanzierungsbedarf und zunehmende Interessenkonflikte zwischen Gesellschaftern und Kreditgebern rücken bewährte wie neue Sanierungsinstrumente in den Fokus. Gefragt sind Ansätze, die Finanzierung, Governance und Umsetzung von Restrukturierungen miteinander verzahnen und gleichzeitig die Handlungsfähigkeit in komplexen Stakeholder-Konstellationen sichern. Vor diesem Hintergrund diskutierte Wieselhuber & Partner (W&P) im Executive Dialog konkrete Lösungsansätze rund um die doppelnützige Treuhand sowie alternative Investorenmodelle.
 
Zum Auftakt betonte Volker Riedel, Managing Partner bei W&P, die wieder steigende Bedeutung etablierter Instrumente: „Die Treuhand erlebt aktuell ein Revival und rückt als Sanierungsinstrument wieder stärker in den Fokus.“
 
Eva Ringelspacher, Mitglied der Geschäftsleitung bei W&P, rückte die Perspektive der Gesellschafter in den Mittelpunkt und machte deutlich, warum die Treuhand häufig auf Widerstand stößt: „Die Treuhand ist für viele Gesellschafter mit einem erheblichen Kontrollverlust verbunden und wird daher zunächst oft abgelehnt.“ Zugleich zeigte sie die veränderten Kräfteverhältnisse in der Krise auf: „Die neuen Stakeholder sind die Kreditgeber – sie treiben die Sanierung und wollen sicherstellen, dass kein Störfeuer aus dem Gesellschafterkreis entsteht.“
 
Die doppelnützige Treuhand wurde im weiteren Verlauf als etabliertes Instrument eingeordnet, das insbesondere in größeren und komplexeren Restrukturierungsfällen wieder an Bedeutung gewinnt. Dr. Andreas Beck, Partner bei Schultze & Braun, erläuterte Funktionsweise und Einsatzfelder und machte deutlich, dass vor allem ihre konkrete Ausgestaltung sowie die frühzeitige Einbindung der Gesellschafter entscheidend für Vertrauen und Umsetzungserfolg sind. Darüberhinaus wurde auch "Shareholder as a Service" als mögliche Alternative zur Treuhand vorgestellt.
 
Dr. Gerd Sievers, Managing Partner der HF Opportunities GmbH, stellte investorengetriebene Modelle vor, bei denen Kapital und operative Restrukturierungskompetenz zusammengeführt werden, um Unternehmen in anspruchsvollen Sondersituationen neue Handlungsspielräume zu eröffnen.
 
Die Perspektive der finanzierenden Banken brachte Peter Gresikowski, Rechtsanwalt und Senior-Sanierer bei der DZ BANK AG, in die Diskussion ein. Er stellte zentrale Prüfungsfragen in den Mittelpunkt – etwa zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit der Sanierung, zur Einbindung aller relevanten Stakeholder sowie zur Ausgestaltung des Treuhandvertrags – und verdeutlichte, dass die doppelnützige Treuhand nur dann wirksam ist, wenn Zielbild, Governance und Controlling klar definiert und konsequent umgesetzt werden.
 
In der Werkstattdiskussion wurde deutlich: Restrukturierungen scheitern häufig weniger an fehlenden Instrumenten als an komplexen Stakeholder-Konstellationen. Insbesondere fehlende Einigkeit zwischen Gesellschaftern und Finanzierern, unterschiedliche Zielbilder sowie mangelndes Vertrauen verzögern oder blockieren notwendige Maßnahmen. Zugleich zeigte sich, dass die Wahl des geeigneten Instruments – ob doppelnützige Treuhand oder investorenbasierte Lösung – stets von der konkreten Ausgangssituation abhängt. „Gerade in der aktuellen Situation braucht es Instrumente, die nicht nur analysieren, sondern Entscheidungen ermöglichen und Restrukturierungen konsequent voranbringen“, so Moderator Riedel. Entscheidend sind eine frühzeitige Verständigung über Zielbild, Rollen und Entscheidungsmechanismen sowie eine aktive Steuerung des Restrukturierungsprozesses mit klarem Controlling und belastbaren Entscheidungsgrundlagen.
 

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Executive Dialog: Besondere Sanierungsinstrumente zwischen Treuhand & Equity

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