Zwischen geopolitischen Risiken, Kapitalmarktturbulenzen und strukturellem Wandel bleibt der unternehmerische Alltag geprägt von Unsicherheit. Doch Reaktion allein reicht nicht mehr aus – wer Zukunft sichern will, braucht eine gestaltende Sanierung: vorausschauend initiiert, strategisch fundiert und konsequent umgesetzt. Welche Rolle CFO, CRO und Kapitalgeber in diesem Prozess spielen und warum Haltung, Steuerung und Kommunikation den Unterschied machen – das diskutierten Expertinnen und Experten im Rahmen der Restructuring Lounge von Dr. Wieselhuber & Partner (W&P) im Hyatt Regency Düsseldorf.
Zum Auftakt zeigten Johannes Zubrod und Manuel Schenck, beide Mitglieder der Geschäftsleitung bei W&P: Noch immer fehlen in vielen Unternehmen belastbare Frühwarnsysteme. Die Folge: Entscheidungen werden zu spät, zu unsicher oder gar nicht getroffen. „Fahren auf Sicht war gestern – heute ist integrierte kaufmännische Steuerung gefragt“, so Zubrod. Nur durch das Zusammenspiel von Strategie-, Finanz- und Liquiditätsplanung könne ein belastbarer Handlungsspielraum entstehen.
Ralph Wiegand, Interim Manager bei Management Link, verdeutlichte anschließend: Der CRO sei kein reaktiver Nothelfer, sondern aktiver Transformationsmanager. Er müsse frühzeitig eingebunden werden, ausgestattet mit klarer Mandatierung, robustem Zahlenwerk und einem präzisen Zielbild. Nur dann könne er nicht nur Stabilität sichern, sondern nachhaltiges Vertrauen aufbauen.
Im Lounge-Talk diskutierten Dr. Christian Brünkmans von Flick Gocke Schaumburg, Tim Hollweg von der Deutschen Bank, Ralph Wiegand, Manuel Schenck, Johannes Zubrod sowie Gastgeber und W&P Partner Daniel Emmrich. Das gemeinsame Fazit: Erfolgreiche Sanierung beginnt nicht mit der Krise – sondern mit vorausschauender Führung. Voraussetzung dafür sind Transparenz, Dialogfähigkeit, stringente Umsetzung und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.
Den Schlusspunkt setzte erneut Nena Brockhaus, Wirtschaftsjournalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin. In ihrer pointierten Keynote plädierte sie für eine neue Debattenkultur – auch und gerade im unternehmerischen Kontext. Veränderung erfordere Diskursfähigkeit, kritisches Denken und die Bereitschaft, Klartext zu sprechen.
„Gerade in wirtschaftlich angespannten Phasen, geht es darum, durch Debatte und Diskussion gemeinsame Lösungen und Wege aus der Krise zu entwickeln und diese mit Konsequenz und Verbindlichkeit umzusetzen“, schloss Daniel Emmrich den Abend. Wer sich jetzt gestalterisch mit Sanierung und Restrukturierung auseinandersetze, entwickle ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell – und übernehme Verantwortung für nachhaltige Wertschöpfung.